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DRK-Ortsverein Warstein e.V.
Am Josefswäldchen 13
59581 Warstein
Telefon 02902 57570

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Geschichte des Roten Kreuzes in Warstein

Die Gründung der Sanitätskolonne

In einem alten Dokument heißt es: " Auf Grund einer Zuschrift der Stadtverwaltung Warstein an die freiwillige Feuerwehr Warstein im Dezember 1923 bittet die Stadtverwaltung aus den Reihen der Wehrmänner geeignete Personen zu nennen, welche Interesse am Sanitätsdienst bzw. welche gewillt seien in unserer Vaterstadt Warstein einen Sanitätsdienst zu gründen. Der hiesige Arzt Dr. med. Segin ist gewillt die Ausbildung der Mannschaft ehrenamtlich zu übernehmen."

Nach einigen Kursen innerhalb der Feuerwehr wurde 1925 von Dr. Segin der Vorschlag gemacht, in Warstein eine selbständige Kolonne vom Roten Kreuz zu gründen. Diese Gründung wurde am 1. Oktober 1925 vollzogen und von der Stadtverwaltung und der Polizei bestätigt.
Die Gemeinschaft nannte sich "Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Warstein." Als Gründer werden folgende Männer benannt: Dr. Segin, Emil Bock, Karl Böhner, Franz Hiegemann und August Vedder.

Im Dezember 1925 wurde eine Abschlussprüfung für die zwölf Männer angesetzt, die an den abgehaltenen Kursen teilgenommen und sich als Mitglied des Roten Kreuzes gemeldet hatten. Diese Prüfung, die in der Turnhalle Warstein stattfand, verlief zur Zufriedenheit aller Anwesenden. Anwesend waren die Herren der Stadtverwaltung: Amtmann Struif, Amtsoberinspektor Linnenbrügger, Stadtsekretär Mönig und der Stadtvorsteher Pieper.

Die ersten Jahre

Bis 1929 unterstand die Kolonne noch der Freiwilligen Feuerwehr. Nach Anerkennung der Selbständigkeit durch den Landesverein Berlin des Roten Kreuzes traf man sich nun einmal wöchentlich im Gasthof Volpert (Domschänke) zur Abhaltung von Übungsabenden.

Auch die Bevölkerung hatte nun die Möglichkeit Grundbegriffe und Techniken der Ersten Hilfe zu erlernen. Zusätzlich richtete man mehrere Unfallmeldestellen ein und betreute zahlreiche Veranstaltungen im Stadtgebiet.
Der Jahresbericht der Kolonne für das Geschäftsjahr 1930 gibt einen Einblick in die Situation der Vereinigung. Die Zahl der aktiven Mitglieder war bereits auf 20 Männer angestiegen, die jährlich einen Beitrag von einer Reichsmark leisteten. Sammlungen in der Bevölkerung fanden aber auf Grund der "allgemeinen wirtschaftlichen Notlage der Stadt" noch nicht statt.
Zum Einsatz kam man vor allem bei der "Überwachung größerer Volksversammlungen und bei Volksfesten", insgesamt wurden 1930 zehn Krankenbeförderungen und 137 Hilfeleistungen verzeichnet.
13 Übungen, teilweise mit anderen Rotkreuzkolonnen, wurden durchgeführt; an Ausrüstung besaß man im Wesentlichen zwei Krankentragen und leihweise eine fahrbare Krankentrage.

2. Weltkrieg und Neugründung der Sanitätskolonne

Erforderten die schwierigen Verhältnisse der Anfangsjahre bereits ein hohes Maß an Einsatzwilligen und Arbeitsleistung, so steigerte sich dies in den Jahren des zweiten Weltkrieges noch erheblich. Immer mehr Kameraden wurden zu Soldaten, gleichzeitig nahm die Beanspruchung durch Breitenausbildung und Luftschutzausbildung immer mehr zu.
Da sich die Krankentransporte häuften, wurde 1940 unterstützt durch Warsteiner Firmen und Privatleuten, ein Krankentransportwagen, ein Opel Blitz, angeschafft. Während des Krieges wurden unter anderem Verwundeten-Transporte vom Warsteiner Bahnhof zum Lazarett "Heilanstalt Stillenberg" durchgeführt. Die nicht zum Wehrdienst einberufenen Kameraden mussten sich für diese Aufgabe, die sehr häufig nachts durchgeführt wurde, bereithalten.

Nach dem Zusammenbruch 1945 verlor die Sanitätskolonne ihre gesamte Habe, der Opel Blitz wurde der Feuerwehr übertragen.
Dr. Osterhaus war es zu verdanken, dass die Warsteiner Helfer nicht in amerikanische Gefangenschaft gerieten.
Die Sanitätskolonne Warstein, die sich 1933 erfolgreich der Eingliederung in die NS-Verbände widersetzt hatte, wurde dann von der Militärregierung aufgelöst.
Die Situation nach 1945 glich fast einem Neuanfang. Der Krieg hatte auch in den Reihen der Sanitätskolonne Warstein seine Opfer gefordert. Gefallen waren: Clemens Canisius, Heinz Rellecke, Heinz Goke, Fritz Ringel und Hubert Canisius. Eine zuvor zugesagte Entschädigung für das beschlagnahmte Fahrzeug, das Mobilar und die übrige Ausrüstung der Gruppe wurde nie ausgezahlt. Auch jetzt war Dr. Meinolf Segin erneut der Motor, der dem Rotkreuz-Gedanken in Warstein neues Leben verlieh. War es in der aktiven Rotkreuzarbeit bis etwa 1949 sehr still geworden, so fanden sich unter seiner Leitung etwa 20 der früheren Kameraden zu einem Neuanfang bereit. Die in den Jahren zuvor gegründeten Außenposten in Hirschberg, Mülheim und Waldhausen fielen allerdings weg. Auch der zuletzt vorhandene Unterrichtsraum "Auf dem Bruch" konnte nicht länger genutzt werden, da er einer Flüchtlingsfamilie zur Verfügung gestellt wurde. Fortan fanden die Treffen der aktiven Mitglieder, Erste Hilfe-Unterrichtungen und andere Veranstaltungen in der alten Berufsschule "Neuer Weg" statt. Nachdem so, gefördert durch das Engagement Dr. Segins, die Gruppe eine neue Basis erlangt hatte, erfolgte im Jahr 1951 die offizielle Neugründung der Kolonne, an die sich die Erhebung des Zuges Warstein zur männlichen Bereitschaft anschloss.

Die neuen Unterkünfte

Am 12. Dezember 1957 wurde der DRK-Ortsverein gegründet. Amtsdirektor Hense führte aus, dass sich die Notwendigkeit ergeben habe, den Personenkreis, der bisher die Arbeit des DRK im hiesigen Bereich unterstützt habe, auf Vereinsebene zu erfassen; worin die übrigen Amtsgemeinden ausdrücklich eingeschlossen waren.
Schon ein knappes Jahr später, am 17. September 1958 wurde der Bauantrag für das DRK-Heim gestellt. Vor der Stadt übernahm der Verein ein Grundstück "Am Josefswäldchen" und begann unverzüglich mit der Errichtung eines Domizils, dessen Kern ein großer Unterrichtsraum darstellte. Durch einen hohen Anteil an Eigenleistung sowie Spenden von Firmen gelang es in nur 20 Monaten, den Bau fertig zu stellen, so dass man am 06. November 1960 einziehen konnte.
Zu dieser Zeit wurde auch die Ausrüstung der Vereins erweitert und modernisiert: 1962 erhielten die Rotkreuzler von der Stadt einen Opel Rekord geschenkt, für den ein selbst gebauter Anhänger bereit stand; dazu konnten ein Zelt und ein Notstromaggregat angeschafft werden.

1967 schließlich gelangte das erste ortsvereinseigene Fahrzeug in den Bestand: Ein VW Behelfskrankenwagen. 1970 bekam die komplette Bereitschaft neue Uniformen. In diese Jahre fallen auch große Einsätze, die vielen Warsteiner noch im Gedächtnis sein dürften. Da war am 30. April 1959 die Explosion bei den Warsteiner Eisenwerken; gut zwei Jahre später am 06. Juni 1961, kam es zur Hochwasserkatastrophe in Warstein. Die Explosionskatastrophe bei den Belecker Siepmann Werken am 09. März 1963, bei der es viele Tote gab, bildete den traurigen Höhepunkt dieser Chronik.

Der allgemeine Aufschwung, den die Rotkreuzarbeit in den 50-er Jahren nahm, hinterließ auch im Möhnetal Spuren.
Schon 1958, knapp zehn Jahre nach dem, wie sich zeigte vorläufigen Ende der Aktivitäten des DRK in Allagen, erklärten sich fünf Möhnetaler spontan bereit, einen Sanitätslehrgang zu absolvieren und wurden so zum Kern einer neuen DRK Gruppe in Allagen. Sie rückte bei Einsätzen der Feuerwehr mit aus, betreute Veranstaltungen im gesamten Möhnetal und bildete die Bevölkerung in Erster Hilfe aus. Später konnten auch die Blutspendetermine mit eigenen Kräften besetzt werden. Die Gruppe traf sich zunächst in der Schule, später in der alten Post, ehe die Rotkreuzhelfer 1974 einen Raum im Haus Dassel erhielten. Seit 1976 ist dort ständig ein Krankentransportwagen stationiert. In den 80-er Jahren wurde im Dasselpark eine Doppelgarage gebaut, um Fahrzeug und Material unterstellen zu können.

Auch in Sichtigvor wurde 1972 eine kleine DRK Gruppe ins Leben gerufen. Seit einigen Jahren bilden Sichtigvor und Allagen die Gruppe Möhnetal der Bereitschaft, zu der noch zwei Warsteiner Gruppen gehören.

Erweiterung

Im 50. Jahr ihres Bestehens nahm die Bereitschaft ein weiteres großes Projekt in Angriff: das DRK-Heim erwies sich als zu klein, da die Zahl der Veranstaltungen und Lehrgänge ständig wuchs. Am 16. Juli 1975 wurden die Arbeiten für einen Anbau aufgenommen, der sich wegen des felsigen Untergrundes als recht problematisch erwies. Zwei Jahre später konnte er dennoch seiner Bestimmung übergeben werden. Neben einem neuen Sanitärbereich beherbergt er einen großen Versammlungs- und Schulungsraum sowie im Untergeschoss eine dreiständige Garage für Fahrzeuge und Ausrüstung.

Aufgrund der Baumaßnahmen verzichtete die Bereitschaft auf das Feiern ihres 50-jährigen Bestehens. Dafür wurde 1982 der 25. Geburtstag des Ortsvereins begangen. Dazu gehörte auch eine Großübung auf dem Markt. Bei dieser und vielen anderen Gelegenheiten konnte die Bereitschaft ihren hohen Ausbildungs- und Leistungsstand unter Beweis stellen. Davon zeugen auch die vielen vordersten Platzierungen bei Leistungsvergleichen, welche die Warsteiner mehrfach auf Landesebene führten.

In den 80-er und 90-er Jahren erreichten die Dienststunden, die die Bereitschaft jährlich für die Betreuung von Veranstaltungen und Festen, Lehrgängen für die Bevölkerung, eigene Veranstaltungen sowie für Pflege und Wartung von Heim, Fahrzeugen und Ausrüstung aufwandte, regelmäßig Größenordnungen von 12000 bis 15000 Stunden, die von 60 Helferinnen und Helfern erbracht wurden.
Durch Haussammlungen, Altkleider- und Altpapiersammlungen, Losverkauf sowie Unterstützung fördernder Mitglieder ist es möglich geworden, dieses hohe Niveau der DRK-Arbeit bis heute aufrecht zu erhalten.

Überörtliche Hilfe in den 90igern

Zum 80-jährigen Jubiläum konnten die Rotkreuzhelfer nicht nur auf viele Einsätze in und um Warstein nachweisen. Erstmalig unterstützte das Deutsche Rote Kreuz auch Menschen durch überörtliche Hilfe.

Für die Dauer von fünf Monaten, von November 1989 bis April 1990, wurden im Feriendorf Wamel 120 Aus- und Übersiedler aus der DDR, Polen und der Sowjetunion rund um die Uhr zum Teil ehrenamtlich betreut, wozu auch die medizinische Versorgung oder Unterstützung im Umgang mit Behörden zählte.
Im gleichen Zeitraum fielen die an 12 Wochenenden durchgeführten Fahrten in die neuen Bundesländer, bei denen insgesamt 240 neue Behindertentransportfahrzeuge an das DRK und anderen Hilfsorganisationen übergeben wurden. Diese in Zusammenarbeit mit anderen Bereitschaften durchgeführten Fahrten wurden immer auch durch Warsteins Helfer begleitet.
1990 startete auch die erste von bislang vier Fahrten in die rumänische Stadt Alba Julia, Partnerstadt von Arnsberg. Unter Federführung des Kreisverbandes Arnsberg wurden Hilfsgüter wie Medikamente, Verbandsmittel, Kleidung, Hygieneartikel sowie Lebensmittel auf die 1800 Kilometer lange Reise geschickt. Besonders das Schicksal der zahlreichen Waisenkinder in den Heimen der Stadt versuchten die Warsteiner Helfer mit Lebensmitteln, Spielzeug und Kleidung zu lindern.

Aktivitäten nach der Jahrtausendwende

Um das Jahr 2000 wurden die Dienstbekleidung durch die rote Einsatzbekleidung ersetzt.

2007 erweiterten die Helfer das Rotkreuzheim in Warstein ein zweites Mal. Drei Jahre später zum 85-jährigen Jubiläum präsentierte sich die neue KTW-Garage und der Jugendraum.

Im Jahr 2015 feierte das Rote Kreuz das 90-jährige Jubiläum. Mit etwa 150 Aktiven aus dem Jugendrotkreuz und der Rotkreuzgemeinschaft konnten vielfältigen Aktivitäten gezeigt werden.